Spielsucht Vorgeschichte – Gedanken, Ängste und Sorgen – Tagebuch 1

Spielsucht Vorgeschichte – Tagebuch 1. Mein erster Tagebucheintrag ist meine Geschichte bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mit dem Tagebuch schreiben anfing.

Auf die Idee kam ich, weil ich merkte, dass irgendetwas nicht stimmte und ich in ferner Vergangenheit gute Erfahrungen mit einem Abnehme-Tagebuch gemacht hatte. Ich erfasste so ziemlich alles in meinem Leben. Was mich freute, aber auch, was mich nervte. Letzteres dominierte leider später immer mehr. Gelegentlich bin ich auch etwas über das Ziel hinausgeschossen.


Die Spielsucht Vorgeschichte zum Tagebuch eines Süchtigen

Ein Kranker erzählt seine Spielsucht Vorgeschichte
Spielsucht Vorgeschichte eines Betroffenen.

Heute bin ich 43 wiederverheiratet und Vater von einem kleinen Sohn sowie einer Tochter im Teenageralter. Meine Software-Firma entwickelt sich wieder prächtig. Aus ehemals vier festen Mitarbeitern sind fünfzehn geworden. Hätten man mir dies noch vor knapp zwei Jahren prophezeit hätte ich wohl gelacht und wäre aus Frust spielen gegangen.

Kurzum, ich bin ein zufriedener Mensch, aber kommen wir zu den Schatten meiner Vergangenheit.

Schon als kleiner Junge war ich von Geldspielautomaten fasziniert. Ich kann mich noch gut erinnern wie ich auf Feiern in Kneipen häufig am Geldautomaten stand und mein Vater sowie andere ständig Groschen in den Automaten geschmissen haben. Ich war zufrieden, ruhig und quengelte nicht rum.

Von Zeit zu Zeit, wenn sich die Gelegenheit ergab, schmiss ich als junger Erwachsener schon einmal Geld in solch einen Automaten. Ob ich gewann oder verlor war mir egal. Es war Zeitvertreib.

Drastischer wurde es, als ich in Billardhallen rumhing. In den Spielpausen spielte ich mit einem Kollegen. Erst waren es zehn Euro pro Abend und später auch schon einmal 300 Euro bzw. DM. So genau weiß ich es gar nicht mehr.

Alleine war ich nur wenige Male zum Spielen in den Automatenhallen unterwegs, weil ich es irgendwie als asozial einstufte.


Meine Spielsucht Vorgeschichte beginnt mit einem Drachen und einem Magier


Mein Verhängnis wurde ein hoher Gewinn an einem Automaten in einem der staatlichen Casinos.  Es war ein Slot mit Drachen und Magiern. Aus wenigen Euro Einsatz wurden fast 1.000 Euro. Es gab unzählige Sonderrunden und ich erhöhte seinerzeit sukzessiv den Einsatz. Erst verstand ich nicht warum ich gewonnen hatte, aber es war mir auch egal. Ich empfand Glück. Dies war zu einer Zeit als ich in meiner Ehe unglücklich war. Allerdings wusste ich nicht, warum ich unglücklich war, aber ich registrierte sofort, dass es etwas gab, das mir Glück verschafft. Das Glücksspiel!

Zu Beginn war ich nur einmal im Monat im Casino, dann einmal die Woche und schlussendlich fast täglich. Ich verdiente gutes Geld, welches ich direkt ins Casino trug. Ich fühlte mich im Casino einfach wohl.

Finanziell hat es meiner Frau und meiner kleinen Tochter an nichts gemangelt, aber Urlaube, eine neue Couch, … wurden nicht angeschafft, weil ich sparen wollte. Klar, ich wollte sparen, damit ich spielen kann. Heute weiß ich das, aber damals hatte ich eine verquere Sichtweise. Ich habe mir die Dinge schön geredet.

Heute weiß ich, dass Geld nicht nur ein Faktor im Leben ist. Zu oft habe ich meine Familie für das Glücksspiel alleine gelassen.

Wir stritten immer häufiger und ich nahm diese Streits um ins Casino zu fahren. Immer, wenn mir etwas nicht passte, redete ich mir ein, dass ich etwas Glück verdient habe. Hatte ich einen guten Tag, war es auch ein Grund ins Casino zu fahren, denn dann redete ich mir ein, dass es sich um meinen Glückstag handeln müsste. Alle Versprechen, die mit Uhrzeiten zu tun hatten, habe ich im vollen Wissen gebrochen, und das Gewissen war nur bedingt schlecht.


Glücksspielsucht macht aggressiv!


Mehr als einmal habe ich nach einem Casino-Besuch das Innenleben meines Autos verprügelt.

Meine Frau wurde immer unglücklicher und ich auch, denn unterm Strich verlor ich mehr als ich gewann, und schlussendlich als ich hatte.

Ich verkaufte verschiedene Sammlungen von mir um spielen zu können. Dass ich nicht allzu viel in die Familie investierte, hatte ich ja schon geschrieben.

Meine Dispos waren irgendwann überzogen. Ich lieh mir Geld von Freunden und Verwandten. Am Schluss nahm ich Kredite für das Glücksspiel auf.

Ich selbst war immer mein größter Kritiker. Keiner hat so schlecht über mich gedacht wie ich selbst. Oft hatte ich die Gedanken, dass ich mit dem Glücksspiel meine Frau, meine Tochter und mich selbst verraten würde. Dies habe ich im Grunde ja auch getan.

Es war schon krank was ich da abzog. Schaue ich heute zurück, schäme ich mich dafür, aber es war halt so.

Grundsätzlich hatte ich ein starkes Ego, das aber mit fortschreitender Sucht immer weiter zurückging bis hin zu Komplexen und Suizidgedanken.

Manchmal wusste ich gar nicht, warum ich eigentlich spiele.

Mehr als einmal wollte ich mich umbringen, aber als ich auf einer Brücke stand oder mir ein Messer an den Hals setzte war ich doch zu feige.

Trotzdem ich so ein Arschloch war, hat meine Frau stets zu mir gehalten bis ich mir eine Affäre anlachte. Warum ich das tat? Ich habe mir jemanden gesucht, den es noch schlechter ging als mir, damit ich mich wieder wohlfühlte. Die Scham und die Schuldgefühle meiner Frau gegenüber waren einfach zu groß. Dass ich damit meine Ehe zerstört habe, weiß ich heute selbst, aber auch hiermit muss ich leben. Und das ist nur ein Teil meiner Spielsucht Vorgeschichte.


Spielsucht hat mich meine Ehe gekostet!


Es kam der Tag, an dem ich tatsächlich mit dem Spielen aufhören wollte und ich ließ mich in allen Casinos sperren. Die Billardhallen hatten schon lange ihren Reiz verloren.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich eigentlich, dass ich spielsüchtig bin, aber ich habe es mir selbst nicht eingestanden.

Eine gewisse Zeit ging es gut, bis mir ein Kollege von mir einmal ein Online-Casino zeigte. Erst gefiel es mir nicht, aber eines Abends dachte ich mir: „Ach, was soll es“ und investierte 250 Euro. Daraus wurden ganz schnell 4.500 Euro, und schon wieder war ich durch einen hohen Gewinn angefixt.

Erst spielte ich wieder einmal im Monat, dann einmal die Woche und schlussendlich fast täglich.

Diese gewisse Zeit war fast ein Jahr. Die Trennung wirkte für mich wie ein Schock und ich wollte es besser machen und meine Familie zurück. Die Fronten zu meiner Frau waren aber zu verhärtet. Sie liebte mich vielleicht noch, aber sie glaubte mir nicht mehr. Ich selbst verstehe sie heute, denn ich hätte mir selbst auch nicht geglaubt. Zu oft hatte ich sie hängengelassen, zu oft hatte ich gelogen.

Objektiv betrachtet war es nicht nur der Gewinn, der mich wieder zum Glücksspiel brachte, sondern auch die Frustration, die Einsamkeit, die Trauer über die Vergangenheit, ….


Selbstmitleid und Depression wurden meine Begleiter!


Statt meine Probleme aufzuarbeiten, habe ich in Selbstmitleid und in Depressionen geschwelgt. Dies ist ein sehr guter Nährboden für die Spielsucht.

Es gab so viele gute Zeitpunkte, um aufzuhören und so viele Endpunkte hatte ich mir gesetzt, aber ich war einfach noch nicht bereit.

Als mein Opa starb, habe ich geschworen, mit dem Spielen aufzuhören. Mit dem Scheitern meiner Ehe schwor ich mir, ich würde Glücksspiel aufgeben. Genauso verhielt es sich zuvor mit der Geburt meiner Tochter. Mit jedem Jahreswechsel gab es einen neuen Schur. Ich schwor und schwor und wurde immer mehr ein Verschworener des Glücksspiels. Meine Spielsucht Vorgeschichte wurde länger und länger.


Fazit zum Spieler/Glücksspielanbieter


Anmerkungen zum Spieler/Glücksspielanbieter:

  • Glücksspiel fasziniert so ziemlich jeden Menschen, egal welcher sozialen Schicht und welchen Alters.
  • Mit fortlaufender Zeit werden die Einsätze höher und die Spielintervalle kürzer. -> Toleranzentwicklung
  • Glücksspiel bringt nicht unbedingt Glück, aber es schüttet Glückshormone aus.
  • Spielsüchtige „investieren“ lieber ins Glücksspiel als in andere Bereiche ihres Lebens.
  • Gute wie schlechte Erlebnisse lassen den Spieler zum Spielen neigen.
  • Spielsüchtige leben in ihrer eigenen Realität.
  • Glücksspielsüchtige machen Schulden, um spielen zu können. Es kommt nicht selten vor, dass sie sich dieses Geld von Freunden und Verwandten leihen. Habseligkeiten werden verkauft, um spielen zu können.
  • Das Gewissen lässt das Selbstbewusstsein des Kranken schrumpfen.
  • Das Glücksspiel weist unter den Süchten die höchste Suizidrate auf.
  • Spielsüchtige versuchen ihr Ego aufzupeppen und tun mitunter nicht nachvollziehbare Dinge.
  • Spielsüchtige führen Doppelleben und bauen Lügengebilde auf um ihre Sucht zu verschleiern. Hierbei wird sehr viel Kreativität und Energie freigesetzt.
  • Glückspielsüchtige interessieren sich vorwiegend für das Glücksspiel und blenden die Welt um sich herum oft aus.
  • Spielsucht zerstört nicht nur das Leben des Spielers, sondern auch das der betroffenen Angehörigen.
  • Spielsüchtige neigen zu Selbstmitleid und Depressionen.
  • Der Schwur eines Spielsüchtigen ist so viel wert wie ein vom Teufel aufgesetzter Vertrag.
  • Neue Spieler gewinnen zu Beginn oftmals im Online-Casino. Ich mutmaße das hier die Software (RNG) wohlwollender eingestellt ist, was aber jedes Casino verneinen würde.
  • Jeder Kranke hat seine persönliche Spielsucht Vorgeschichte.

Verschiedene Formulare und Vordrucke zum Bekämpfen der Spielsucht findest Du in unserem Downloadbereich.

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Weitere Artikel rund ums Thema Glücksspielsucht!


Auf SPIEGEL ONLINE findest Du einen interessanten Bericht aus dem Leben eines Spielsüchtigen sowie seine Spielsucht Vorgeschichte:

Leben eines Spielsüchtigen

„Das Spielen hat mein Leben komplett kontrolliert“

Ein Mann rutscht in die Spielsucht. Nur vor dem Automat ist er glücklich, abseits dominieren Scham, Lügen und Verzweiflung sein Leben. Nach acht Jahren hofft er, die Sucht besiegt zu haben. Und fürchtet das Scheitern. …

Video „Jetzt mal ehrlich – Immer mehr Spielsüchtige und der Staat schaut zu – Doku Spielsucht“:


Hilfe bei Glücksspielsucht


Direkte Hilfe bei Glücksspielsucht und einhergehenden Suizid-Gedanken bietet Dir die Telefonseelsorge.


Motivationsgedanken


Gedanken zur Motivation von Heiko Keller:

Träume und Ziele, das ist der Zündstoff deiner täglichen Selbstmotivation und der Antrieb dich jeden Tag aufs Neue anzustrengen, um deinem Ziel näher zu kommen, deinen Traum zu leben.


Danksagung und Werbeblock


Gerade zum Tag der Spielsucht hat uns die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V. – Lohnsteuerhilfeverein immer wieder gute Dienste geleistet. Im Kern geht es bei diesem Lohnsteuerhilfeverein natürlich um Steuern, aber auch soziale Themen finden hier Gehör. Der Verein ist also seinem Motto „Von Mensch zu Mensch.“ stets treu geblieben.


So, dass war die Spielsucht Vorgeschichte. Lese jetzt und erfahre wie die Geschichte im Beitrag Spielsucht Einsamkeit und Liebesverlust – Tagebuch 2 weitergeht. Um die Spielsucht zu bekämpfen schau Dir auch einmal die Spielsucht Therapie Hilfe – Think Right Methode Glücksspielsucht an.

Falls Du magst schreibe doch in den Kommentaren Deine eigene Spielsucht Vorgeschichte und helfe anderen durch Deine Erkenntnisse.

Zusammenfassung
Spielsucht Vorgeschichte - Gedanken, Ängste und Sorgen - Tagebuch 1
Artikelname
Spielsucht Vorgeschichte - Gedanken, Ängste und Sorgen - Tagebuch 1
Beschreibung
Das Glücksspieltagebuch schockiert, es macht Angst, aber zeigt auch, dass es immer einen Ausweg gibt. Ganz egal wie schockierend die Gedanken, Ängste und Sorgen auch sein mögen. Dies ist die Spielsucht Vorgeschichte zum Tagebuch eines kranken Spielsüchtigen.
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Organisation
SPIELSUCHT.ONLINE
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